Fatih Çevikkollu ist am 14.2.2020 in der Schule vor den 11. Klassen aufgetreten.
Der bekannte Kölner Kabarettist mit türkischen Wurzeln widmete sich den Themen Migration und Digitalisierung . Der Auftritt wurde vom Förderverein finanziert.
Ihr seid die Zukunft – verkackt sie nicht!
Fatih Çevikkollu trat mit seinem aktuellen Programm an der Robert-Bosch-FOS auf.
14 Februar 2020 – das war ein ganz besonderer Tag: Am Valentinstag wurde viel Freude geschenkt, die Schülerinnen und Schüler erhielten im Zwischenzeugnis den Lohn für die eigenen Mühen und als besonderes Geschenk des Fördervereins stellte der bekannte Kölner Kabarettist Fatih Çevikkollu den Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen sein sehr politisches Programm FatihMorgana vor. FatihMorgana ist das was du siehst, im Gegensatz zu einer Fata Morgana, die nicht da ist, wo du es siehst, aber wo es ist, da siehst Du es nicht“. Vor dem „vielleicht besten, geilsten“ Publikum beschwor Fatih Çevikkollu die Jugendlichen: „Ihr seid die Zukunft, wenn einer die Welt rettet, dann seid das ihr!“. In vielen aktuellen und durchaus provokanten politischen Bezügen lieferte er auch gleich die Beispiele: Der Hambacher Forst, die Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen, das Absacken der Volksparteien („dass eine Partei am Ende ist erkennt man daran, dass Frauen ran dürfen“) und vieles mehr. Er sieht uns mitten in einem epochalen Übergang, im Übergang vom Industriezeitalter zum Informationszeitalter. In dieser Epoche entsteht eine ganze neue Gattung, der digitale Mensch. Die Welt wird nicht mehr unterteilt in Nationen oder Religionen, nicht in In- und Ausländer, sondern in „digitale Eingeborene“ (junge Menschen bis etwa 20) und „digitale Migranten“. Die digitalen Migranten mußten aus der analogen Welt in die digitale Welt übersiedeln, die digitalen Eingeborenen sind darin aufgewachsen. Von der digitalen Migration spannt Fatih Cevikkollu einen großen Bogen zu verschiedenen Perspektiven der Migration – der „Mutter aller Probleme“ (Horst) – bis zur berechtigten Frage, was unserem Land mehr geschadet hat – der Nationalismus oder die Migration: „hier 60 Millionen Tote – auf der anderen Seite Falafel, Döner, Hummus“.

Die Rasanz des epochalen Wandels belegte Fatih Çevikollu mit zwei sehr prägnanten Zahlen: In den 80-er/90-er Jahren schafften die CPUs gerade mal 80 Steuerbefehle pro Sekunde, heute sind es 7.000.000.000. In der Folge verschmelzen Mensch und Maschine immer mehr, werden immer weniger unterscheidbar. „Deshalb müssen wir heute den Kindern das beibringen, was die Maschinen nicht können: Humor, Ironie, Empathie“. Technisch gehen wir zwar in eine andere Galaxie, gesellschaftlich zurück in Höhlen („Amerika first“ ist das Motto des KuKluxKlan).FatihMorgana war eine humorvolle, aber auch sehr anspruchsvolle Kost, ein ständiger Wechsel der Perspektiven. Ein kurzer Bericht kann der 1,5-stündigen Vorstellung nicht gerecht werden, kann nicht ansatzweise die Gags und das Hintergründige in der Darbietung des Künstlers darstellen. Unsere Empfehlung: FatihMorgana selbst dort anschauen, wo sie zusehen ist.